Best-Practice-Beispiel

Kreis Steinfurt

Christian Holterhues (Geschäftsführer WESt mbH), Dr. Martin Sommer (Landrat Kreis Steinfurt) und Thomas Ostholthoff (Amtsleiter des Haupt- und Personalamts der Kreisverwaltung Steinfurt). Foto Kreis Steinfurt
Christian Holterhues (Geschäftsführer WESt mbH), Dr. Martin Sommer (Landrat Kreis Steinfurt) und Thomas Ostholthoff (Amtsleiter des Haupt- und Personalamts der Kreisverwaltung Steinfurt). Foto Kreis Steinfurt

Pflege betrifft uns alle – oft unvermittelt und mit großer Wucht. Wir wissen, wie herausfordernd es ist, Beruf und die Verantwortung für Angehörige zu vereinen. Deshalb stehen wir unseren Mitarbeitenden nicht nur organisatorisch, sondern auch menschlich zur Seite. Mit Verständnis, flexiblen Lösungen und offenen Gesprächsangeboten möchten wir zeigen: Niemand muss diese Doppelbelastung alleine tragen.

 

 

 

Die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf ist uns wichtig, weil… wir erleben, dass die Doppelrolle als Berufstätige und pflegende Angehörige unsere Mitarbeitenden sowohl körperlich als auch seelisch stark fordert. Ohne passende Unterstützung können daraus Erschöpfung, Krankheitsausfälle und eine hohe Belastung für das gesamte Team entstehen.

 

 

Wir unterstützen pflegende Beschäftigte mit... individuell zugeschnittenen Lösungen. Besonders bewährt haben sich zeitlich befristete, sehr flexible Arbeitszeitmodelle, die unseren Mitarbeitenden Freiräume für ihre Pflegeaufgaben eröffnen.

 

 

Wir nutzen externe Unterstützungsmöglichkeiten, weil… diese Expertise und Orientierung bieten, die wir nicht in gleichem Maß abdecken können. So arbeiten wir beispielsweise mit der Pflegeberatung zusammen, die unsere Mitarbeitenden individuell berät und wertvolle Kontakte zu Angeboten und Netzwerken am jeweiligen Wohnort vermittelt.

 

 

Welche Maßnahmen haben sich als besonders wirksam erwiesen? Sehr bereichernd waren Workshops mit einer externen Referentin, in denen sich pflegende Mitarbeitende über die tiefgreifenden Veränderungen durch Pflegeaufgaben austauschen konnten. Die persönlichen Erfahrungen machten deutlich, wie wichtig betriebliche Unterstützung in dieser Lebenslage ist. Die Referentin zeigte anhand praxisnaher Beispiele, wie „Sich-Kümmern“ in Überforderung münden kann – und welche Wege aus belastenden Situationen herausführen. Die Tipps wurden von unseren Kolleginnen und Kollegen als äußerst hilfreich bewertet. Aufgrund der hohen Nachfrage haben wir die Workshops mehrfach angeboten.

 

Unser Tipp für andere Unternehmen: Das Thema Pflege nicht tabuisieren. Als Arbeitgeber Sensibilität zeigen, eine feste Ansprechperson benennen und so signalisieren: „Wir sehen eure Doppelbelastung.“ Das schafft Vertrauen und erleichtert den offenen Umgang.

 

Unsere drei wichtigsten Learnings:

  • Pflegesituationen treten oft plötzlich ein und erfordern sofortiges Handeln – ohne Zeit zur Vorbereitung.
  • Schon kleine Unterstützungsangebote durch den Arbeitgeber können eine spürbare Entlastung bringen.
  • Prävention lohnt sich: Wer Doppelbelastungen frühzeitig auffängt, kann Erkrankungen und längere Ausfälle verhindern.